Irmgard Meurer
   

Hansaallee 22
40547 Düsseldorf
Deutschland






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Rätselhaft und verschlüsselt klingen die Titel der Bilder von Irmgard Meurer: "Der Magier - Das Licht", "Saline aus dem Feuer oder Apollinari(E)S" sowie "Kassandra oder das Grüne Leuchten" sind von symbolhaften Elementen geprägt.
"Beim Malen sehe ich vor meinem inneren Auge Geschichten vorbeiziehen", erzählt die Künstlerin, die Ende der 70er Jahre nach Düsseldorf kam, um als Designerin in der Werbung zu arbeiten. Seit über drei Jahren arbeitet sie an eigenen Themen, "im Rückspiegel auf 30 Jahre und mehr."

Das Konzept für ihre Aquarelle und Kollagen entstand aus einer Spiegelung zwischen Osten und Westen, dem Dualismus von Sonne und Mond sowie den Elementen Feuer, Wasser und Wind, mit denen sich die Erde dreht. "Nachdem ich zunächst das Thema Vier-Jahreszeiten aufgegriffen hatte, entstanden immer neue Entwürfe für Natur-Kreisläufe", sagt sie. "Daraus formiert sich nun eine Chiffren- oder Zeichensprache, wobei ich täglich Neues entdecke."

Intuitiv entstanden beispielsweise Sonnenblumen, die direkt mit dem kosmischen U(h)rwerk verknüpft sind; die Malerin sieht darin die Verbindung zwischen dem Mikrokosmos und dem Makrokosmos, die Blüte als Abbild der Sonne. "Wie die Blume stelle ich mir auch den Menschen im Spiegel des Kosmos vor. Mit den Bildern tauchen Geschichten auf, wie bei einer Zeit-Raum-Reise stelle ich überall Verkettungen fest, die etwa von Leonardo zu Kopernikus und Galilei führen oder von der Malerei zu den Naturwissenschaften." Indem sie Bilder und Naturereignisse analysiert, erkennt sie in der Ergänzung von Sonne und Mond eine Analogie zur Mathematik. Ausgehend vom Dualismus dieser Gestirne schlägt sie den Bogen zum binären System des Computers, das bekanntlich auf Nullen und Einsen basiert: Eine mathematische Gleichung von Natur und Technik.

Diese transzendenten Vorstellungen und praktische Arbeit, wie paßt das zusammen? Ein Beispiel dafür ist das Fotoprojekt "Im Spiegel: Werbung ist Kunst - Kunst ist Werbung", das Irmgard Meurer ständig weiterentwickelt. Im Spiegel erblickt sie die Welt der Illusionen - also die Glamourwelt der Werbung - ebenso wie die eigenen Träume oder sich selbst. Mit der Kamera, die zugleich auch der Spiegel, das "Auge" ist, werden Grenzen aufgelöst nicht nur zwischen Kunst und Werbung, es verschmilzt das Reale auch mit dem Unwirklichen: Schatten - Spiegel - Licht, eine surreale Welt entsteht oder eine endlose Fortsetzung.

Auf den nächsten Seiten eine erste Werkschau des Fotoprojekts.